munny – MAß-, DIABETIKERSCHUH 

Wann brauche ich einen Maßschuh?

Ein Schuh nach Maß wird oftmals gefertigt, wenn herkömmliche orthopädische Maßnahmen, wie eine Einlage alleine nicht mehr ausreicht. Oder bei Patienten, bei denen bedingt durch anatomische Fehlstellungen andere Versorgungen keine Erfolgsaussichten mit sich bringen würden. Beispielsweise bei seltenen oder angeborenen Fehlbildungen und Fehlstellungen können orthopädische Maßschuhe helfen. Er wird für den erkrankten, Funktionsgestörten oder (Form-) fehlerhaften Fuß nach besonderem Maß- und Modellverfahren erstellt und nach individuellem Leisten handwerklich gefertigt. Indiziert ist der orthopädische Maßschuh nur dann, wenn der Fuß in seiner Form, Funktion und/oder Belastungsfähigkeit so verändert ist, dass sonstige orthopädieschuhtechnische Versorgungen zum Aufrechterhalten oder Wiederherstellen der Gehfunktion nicht möglich sind.

Munny Sanitätshaus Bergisch Gladbach
INDIKATOREN

Maßschuh für Diabetespatienten

Kaum eine Erkrankung wird die Medizin in den nächsten Jahren und Jahrzehnten vor größere Herausforderungen stellen wie Diabetes mellitus. Bei Diabetes-Patienten wird vom Körper entweder zu wenig oder gar kein Insulin produziert, dieses Hormon ist aber zur Senkung des Blutzuckerspiegels unbedingt nötig.

Diabetes ist heute hauptsächlich eine Erkrankung der modernen Gesellschaft, wenig Bewegung und das viele und z. T. ungesunde Essen sind sicherlich Hauptgründe für das Auftreten von Diabetes, aber auch Faktoren wie Vererbung spielen sicherlich eine Rolle. Ein unbehandelter oder schlecht eingestellter Diabetes kann heute eine ganze Anzahl von Organen schädigen, wie:

  • Herz
  • Nieren
  • Augen
  • Nervensystem
  • Blutgefäße

Die beiden letzteren fallen in das Versorgungsspektrum des Orthopädietechnikers. Bei Schädigungen des Nervensystems ist es die diabetische Polyneuropathie (dPNP) die den Techniker vor Herausforderungen stellt. Sie ist eine Schädigung multipler Nerven und beginnt an den Fußsohlen und steigt in der Regel symmetrisch auf. Durch zusätzlich auftretende Fußfehlstellungen wird die Bildung von Druckgeschwüren begünstigt. Diese Druckgeschwüre in Verbindung mit der zusätzlich auftretenden Angiopathie (Durchblutungsstörung) können bis hin zur Amputation des betroffenen Beines führen. Hier setzt die Arbeit unserer Fachleute an. Entlastung und Weichbettung der gefährdeten Fußsohlenregion mittels individuell nach Gipsabdruck angefertigten diabetisch adaptierten Fußbettungen im Mehrschicht- Polsterverfahren. Diese diabetisch adaptierten Fußbettungen in Verbindung mit einem Diabetiker Therapieschuh bringen der geschädigten Fußsohlenregion die Entlastung, die diese zum Abheilen benötigt. Bei Diabetiker Therapieschuhen sind im Fußraum keine auftragenden Nähte oder einengenden Zehenkappen, eine zusätzliche Sohlenversteifung mit Abrollhilfe verhindert Scherkräfte, die zu einer weiteren Reizung des diabetischen Fußsyndroms (diabetische Podopathie) führen würden. Das durch die diabetische Polyneuropathie hervorgerufene, fehlende Schmerzempfinden mit gleichzeitiger Überlastung des betroffenen Fußes, kann im fortgeschrittenen Stadium zu einem sogenannten Charcot-Fuß führen. Hierbei handelt es sich um Knochenfrakturen die unbehandelt erst zu einer Schwellung, dann Rötung, bis hin zur Verformung des Fußes, führen.

Die Behandlung eines Charcot-Fußes aus orthopädietechnischer Sicht, reicht vom industriell hergestellten Diabetic Walker bis hin zur individuell hergestellten Zwei-Schalen-Orthese nach Gipsabdruck. Durch unsere Zusammenarbeit mit Fachärzten und die kontinuierliche Schulung unserer Mitarbeiter sind wir bei Fragen zur Versorgung des diabetischen Fußsyndroms, Ihr Ansprechpartner in der Region.

Herstellung von Maßschuhen

Der Schaft:

Herstellung nach den vorgegebenen Maßen des Fußes und des Leistens aus einem dem Gebrauchszweck entsprechenden Obermaterial.

Die Hinterkappe:

Verschiedene Hinterkappen Formen dem Krankheitsbild entsprechend.

Die Fußbettung:

Der Fußform entsprechend, aus dem Schuh herausnehmbare, langsohlige Bettung, aus formbeständigem Material mit Abdeckung, i.d.R. Leder.
Die Materialelastizität dem Versorgungsziel entsprechend.

Der Boden:

Brandsohle aus Leder oder anderem vergleichbaren Materialien hinsichtlich Stabilität und physiologischer Eigenschaften für Straßen- und Hausschuh. Rahmen, aus Leder- oder Gummimaterialien für den orthopädischen Straßenschuh. Kurze Gelenkfeder aus Metall oder Kunststoff, außer Badeschuh.

Die Sohle:

Laufsohle und Absatz aus Gummi oder Leder. Verbindung von Schaft und Boden in dauerhafter, dem Therapieziel entsprechender Ausführung.

Der Verschluss:

Verschluss dem Gebrauchszweck entsprechend (z.B. Schnürung, Klettverschluß, Reißverschluß).
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